Paypal als Payment-Lösung für Versicherer – Der Praxistest

Einkaufswagen symbolisiert einfaches online Bezahlen mit einem Click

Es ist kein Geheimnis mehr, dass die deutschen Versicherer im Zuge der Digitalisierung neue Geschäftsmodelle implementieren müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei spielt das Anbieten von Mobile- und Online-Payment-Bezahlverfahren eine wichtige Rolle. Doch das ist leichter gesagt als getan und betrifft zudem fast jeden Bereich der Versicherung. Besonders die IT-Abteilung wird vor komplett neue Herausforderungen gestellt. Wir haben daher am beliebten Online-Bezahldienst PayPal getestet:

Wie kompliziert ist die Implementierung in Ihr SAP-System?

Die Anforderung ist klar: Der Kunde möchte einfach und sicher bezahlen.

Wer heute ein Versicherungsprodukt online erwerben möchte, wird in den meisten Fällen aufgefordert, seine IBAN-Nummer einzugeben. Dabei belegen zahlreiche Studien und die Praxis im Handel, dass der Kunde sich eine Auswahl gängiger Bezahlmöglichkeiten, wie zum Beispiel Kreditkartenzahlungen, PayPal und Amazon Payment. Gerade beim Kauf im Internet ist Sicherheit, Vertrauen in den Anbieter und in die angebotenen Zahlungsmittel besonders entscheidend. Aber lässt sich ein Online-Bezahldienst so einfach in eine komplexe und heterogene IT-Landschaft integrieren? Wir haben es am Beispiel der beliebten Payment-Lösung PayPal getestet:

Prozessanalyse: Implementierung von PayPal im SAP-System einer Versicherung

Um zu prüfen, ob sich PayPal im SAP-System integrieren lässt, haben wir exemplarisch eine konkrete Analyse der PayPal-Prozesse für Ein- und Auszahlungen durchgeführt. Ziel dieser Untersuchung war es, die Produkte auf die Einsatzmöglichkeiten bei Versicherungen zu untersuchen, sowie Vor- und Nachteile für die Versicherung und deren Kunden herauszuarbeiten. Durch die angebotenen Produkte lassen sich verschiedene für das Forderungsmanagement und den Beitragseinzug relevante Geschäftsszenarien abbilden.

Unser Ergebnis: Komplex aber möglich

Sowohl die Erhebung von Einmalbeiträgen, als auch das Abbilden von wiederkehrenden Zahlungen, Ratenplänen und schnellen Zahlungen im Mahnprozess sind möglich. Jedoch ist die Einbindung dieser Zahlungsmöglichkeiten in die bestehenden Inkasso- und Exkassoprozesse komplexer als sich das für den Endkunden beim "Express-Checkout" darstellt. PayPal bietet einen großen Umfang von Services an, die in die vorhandenen Zahlungsverkehrsprozesse eingebunden werden müssen. Ein zusätzlicher Aspekt: Produkte bei Versicherungen basieren auf Einzeltransaktionen, die in regelmäßigen Abständen (bspw. Monatszahler, Jahreszahler) eingezogen und bezahlt werden müssen.

Unsere Empfehlung für Versicherer, die sich mit Online-Payment-Lösungen beschäftigen

Dass auch Versicherungskunden bei einem Online-Vertragsabschluss gängige Bezahlmethoden erwarten, ist kein Geheimnis mehr. Es ist Fakt, dass hier Nachholbedarf bei der deutschen Assekuranz besteht. Sowohl für die Einbindung von PayPal als auch von anderen etablierten Online-Bezahlmöglichkeiten ist ein tiefgreifendes Zahlungsverkehrs-Knowhow und die Berücksichtigung der Folgeprozesse erforderlich. Für die Einbindung der Services in die bestehenden Online- und Batchprozesse müssen zunächst passende Lösungsszenarien entwickelt werden. Wer langfristig wettbewerbsfähig bleiben will, sollte keine Zeit mehr verlieren und seinen Kunden bald bequeme Bezahlmöglichkeiten jenseits der Eingabe von IBAN-Nummern anbieten.