7 Dinge, die Sie bei der Einführung neuer Bezahlverfahren beachten sollten

Einfuehrung neuer BezahlverfahrenAls Berater im Versicherungsumfeld erleben wir fast täglich Situationen wie diese: Ein Kunde will eine Hausratversicherung über das Internetportal seiner Versicherung abschließen. Auf den ersten Blick macht das Portal einen soliden Eindruck: Die Bedienerführung ist einfach gehalten. Der Kunde wird Schritt für Schritt durch die Fragen und zum für ihn passenden Tarif geführt. Ein Angebot folgt prompt und der Kunde sagt ja.

Doch dann kommts: Beim Abschluss des Vertrags wird der Kunde aufgefordert, seine 22stellige IBAN-Nummer einzutippen. Zum Thema Kundenservice im digitalen Zeitalter ein erhebliches Defizit! 

Aber selbst wenn der Kunde trotz des Aufwands bestellt, ist eines Fakt: Die meisten Versicherungen haben Aufholbedarf beim Thema „Moderne Bezahlverfahren für den Kunden“.  

Aber worauf kommt es an,  wenn Sie Ihren Kunden mehr Auswahl und Komfort beim E-Payment anbieten möchten? Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie zusammengefasst:

  1. Unterschätzen Sie die Bedeutung des Bezahlvorgangs für den Kunden nicht

    Payment-Experten sind sich einig: Die Gestaltung der Online-Bezahlprozesse und die Auswahl der richtigen Bezahlverfahren entscheiden wesentlich über den Erfolg eines Online-Geschäfts.  Das Kölner E-Commerce Center (ECC) beispielsweise hält die  angebotenen  Bezahlverfahren beim Online-Einkauf für das wichtigste Kriterium in der Kaufentscheidung.

    Nach einer Payment-Studie des ECC und der Hochschule Aschaffenburg brechen rund 15 Prozent der Online-Kunden nach Einschätzung der Online-Händler den Kauf während des Zahlungsvorgangs ab. 

  2. Betrachten Sie den gesamten Payment-Prozess

    Betrachten Sie bei der Einführung von Bezahllösungen den kompletten Prozess von der Bank über die Versicherung bis zurück zur Bank. Die gerade „überstandene“ SEPA-Einführung zeigt eindrucksvoll, wie wichtig es auch beim Thema Payment ist, alle Schnittstellen, Prozesse und internen Abläufe zu kennen.

  3. Starten Sie jetzt mit dem Aufbau Ihres Payment-Systems

    Aus dem Handel sind es die Verbraucher gewohnt, dass sie ihre bevorzugte Bezahlmethode nutzen können. Neben Rechnung und Lastschrift gelten Online-Bezahlsysteme wie PayPal, Kredit- und Debitkarten sowie Gutscheine fast schon als „traditionelle“ Zahlungsmittel. Hinzu kommen Mobile Payment Lösungen wie Apple Pay, Base Wallet, MyWallet oder SmartPass. Der Bereich der Kurzzeit-Versicherungen zeigt, dass Vertragsabschlüsse per Smartphone keine Zukunftsfantasien mehr sind.

    Noch gelten Sie mit solchen Modellen als Trendsetter im Versicherungsbereich. Aber die Geschwindikeit bei der Einführung neuer Produkte nimmt rasant zu.  Verlieren Sie also  keine wertvolle Zeit beim Aufbau Ihres Payment-Systems.

  4. Vermeiden Sie radikale Umbrüche. Schritt für Schritt lautet die Devise.

    Dass die eher konventionell geprägten Versicherungen gefordert sind, ihre Kommunikations- und Vertriebswege an den digitalen Kunden anzupassen, steht außer Frage. Davon betroffen sind zweifelsohne auch das Angebot und die Auswahl an Bezahlmethoden. Unsere langjährige Erfahrung zeigt allerdings auch, dass radikale Umbrüche in einer komplexen Systemlandschaft selten zum Erfolg führen. Für den Anfang würde es schon ausreichen, den Bezahlprozess um die Wahlmöglichkeit „Kreditkarte“ und um einen Online-Bezahldienst wie z. B. „PayPal“ zu erweitern. 

  5. Stellen Sie Ihre Kunden in den Mittelpunkt Ihres IT-Systems

    Die Online- und die Offline-Welt wird zukünftig immer mehr verschmelzen. Der Weg zum Kunden führt über eine Omnikanal-Strategie, die es Ihren Kunden ermöglicht, verschiedene Vertriebs- und Informationskanäle gleichzeitig und parallel zu nutzen. Das gelingt nur, wenn Sie Ihren Kunden in den Mittelpunkt der Systemlogik stellen und Ihre Prozesse danach ausrichten, den Kunden „ganzheitlich“ zu erfassen. Im aktuellen Bermuda-Dreieck zwischen Versicherer, Makler und Kunde entstehen in der komplexen Systemlandschaft der großen Versicherungen zu viele Brüche in der Kommunikation zum Kunden. Eine konsequente SOA- Strategie hilft Ihnen, die Komplexität zu reduzieren.

  6. Sicherheit beim Bezahlen gilt als selbstverständlich

    Kein Faktor bestimmt die Einstellung des Kunden gegenüber einem Zahlverfahren so sehr wie die  Sicherheit. Fast schon selbstverständlich erwartet der Kunde, dass Bezahlen einfach, schnell, sicher und risikofrei ist. Bei den Online-Bezahldiensten genießt Paypal in Deutschland den Ruf, gerade für Kunden einfach und sicher zu sein. Es ist ähnlich verbreitet wie das Bezahlen per Kreditkarte im deutschen Markt und hat eine marktbeherrschende Stellung erreichen.

  7. Schaffen Sie klar definierte Schnittstellen

    SAP FS CD bietet im Standard im Rahmen des SEPA-Zahlungsverkehrs bidirektionale Schnittstellen von und zur Bank für die Zahlwege Lastschrift und Überweisungen. Hierüber werden Lastschriften, Gutschriften, Überweisungen und Rücklastschriften abgewickelt. Auch die Bezahlmethode „Kreditkarte“ wird unterstützt. Andere Payment-Lösungen wie z. B. Paypal werden aktuell nicht unterstützt. Schaffen Sie die nötigen Schnittstellen in Ihrem System.

 

Unser Fazit:

Auch im Versicherungsmarkt werden mehr und mehr Produkte im Online-Vertrieb angeboten. Seien Sie Vorreiter Ihrer Branche und stellen Sie sich jetzt den Anforderungen Ihrer Kunden in der digitalen Welt. Neben dem benutzerfreundlichen Bestellprozess ist einfaches und bequemes Bezahlen ein wichtiger Erfolgsfaktor. Die Möglichkeit, zusätzlich mit Kreditkarte oder einem Online-Bezahldienst wie Paypal zu bezahlen, bringt Ihren Kunden bereits einen großen Mehrwert. Sorgen Sie jetzt für eine zukunftsfähige Payment-Strategie und die erforderlichen Prozesse und Schnittstellen.    

Viel Erfolg!