Was Sie auf der SAP TechEd 2014 über volle Seifenspender und SAP HANA lernen konnten

K&S & SAP TECHED


Das Wetter hätte nicht besser sein können, als die SAP TechED am 11. November 2014 in der Messe Berlin ihre Türen öffnete. Wir – fünf technisch affine „Worker“ der Krause & Schopp GmbH - folgten dem Ruf. Neben neuen Trends rund um das Thema Big Data interessierte uns besonders, welche Auswirkungen das Trendthema SAP Hana auf die bestehende Versicherungswirtschaft haben könnte.

Das Thema Analyse ist bei SAP HANA im Vordergrund:

Der Kern der Vorträge und Workshops beschäftigte sich mit BI, predictive analytics und anderen schicken Formen der Datenauswertung auf der grundlegenden Basis von SAP HANA.

Ich persönlich mag ja die HANA. Sie ist sozusagen die rassige Spanierin unter den Datenbanken. Zugegeben, da gibt es noch die Italienerinnen, die ebenfalls Temperament und Lebensfreude versprühen. Aber die HANA entwickelt im Gesamtpaket ihren ganz eigenen Charme.

Erste Lessons learned auf der TechEd:

Viele Besucher sind für ihren Charme noch nicht zugänglich.
So wird oft verkannt, dass HANA nicht nur eine Datenbank ist, sondern eine ganze Suite zur Entwicklung von Applikationen – nativ. Das bestätigte auch der erste Kurs, den ich persönlich besuchte: „SAP HANA Native Application Development“. Und es war schon etwas beeindruckend, zu erfahren, was die Suite an Diensten und Libaries zur Programmierung anbietet.

Nächste Lessons learned:

Code Pushdown
Die Philosophie „Redundanzen“ zu eliminieren, umfasst wohl nicht nur das Datenmodel der SAP. Auch die Serverstruktur ist „ONE“. HANA ist ein Datenbankserver, ein Webserver, ein analytischer Prozessor – alles in einem. Und das Trendwort zur Entwicklung auf dieser Plattform lautet „Code Pushdown“. Also so viel wie möglich von der SAP HANA aufbereiten zu lassen. Anders als zu „ABAP Zeiten“, in denen man versuchte, viele Daten schnell aus dem DB-Server in den Applikationsserver zu hieven. An dieses Prinzip muss man sich erst mal gewöhnen.

Vor allem stellt sich eine wichtige Frage:

Was passiert mit ABAP und dem klassischen Portfolio? Ist es obsolet?
Laut der Key-Note soll das SAP Portfolio vielleicht schon in 5 Jahren vollständig auf der SAP HANA Suite basieren. Was immer das auch heißen mag. Schwer vorstellbar, dass sich eine solche Vielzahl von SAP Installationen so schnell auf eine neue Basis umstellen lässt. Außerdem: Wo steckt hier der Mehrwert für unsere Kunden? Was bekommen sie, abgesehen von einer tollen Plattform, geboten?

Eine effektivere und schnellere Datenauswertung im Unternehmen mag ein Argument sein. Eine alternative Entwicklungsplattform zum geliebten IBM-Mainframe vielleicht auch. Doch kurzfristig könnte ein Mehrwert nur durch eine Performancesteigerung bei batchorientieren Prozessschritten entstehen.
Selbst hier muss man aufpassen. Es ist zwar möglich, eine auf ABAP basierende Anwendung 1:1 mit einer SAP HANA zum Laufen zu bringen. Ein Performanceschub muss dabei aber nicht unbedingt mit einhergehen. Erst wenn die SAP HANA die Datenaufbereitung mit ihren Bordmitteln übernimmt, kann dies garantiert werden.

Die SAP empfiehlt daher eine zumindest 2stufige Umstellung:

Stufe 1: Auf SAP HANA
Stufe 2: HANA spezifisch optimieren

Dabei werden in der zweiten Stufe die SQL Aufrufe in ABAP durch Aufrufe von optimierten HANA Views ersetzt. Klingt einfach, hat aber auch seine Tücken. Denn in einem weiteren Kurs durfte ich lernen, dass z.B. ein klassischer SQL Aufruf auf eine SAP HANA keine implizierte Sortierung liefert. Sortierte Abfragen müssen also explizit mit dem SORT Befehl erfolgen.

Weitere Lesson learned:

Wir müssen die Umstellung um eine dritte Stufe erweitern: Stufe 0: „get HANA ready“.
Was aber nach der Umstellung mit dieser Plattform alles möglich ist, zeigte der SAP Partner Hagleitner auf der TechEd. Deren Anwendung sorgt für immer volle Seifenspender auf den Toiletten zur Halbzeit eines Fußballspiels.
Ein sehr ungewöhnliches Beispiel, dass sich aber gut adaptieren lässt. Zum Beispiel auf die Messe Berlin für das organisierte Nachfüllen der Eistruhen. Die waren bei dem eher frühlingshaften Wetter nämlich ständig leer.

Mein Messe-Fazit:
HANA durchbricht alte Barrieren. Viele Prinzipien mag man vielleicht aus einer Oracle Suite kennen. In der HANA Suite fühlen sie sich jedoch deutlich flüssiger, durchdachter und natürlicher an.
Für einen sinnvollen Einsatz ist aber ein Paradigmenwechsel nötig: U.a. müssen heutige Applikationen neu durchdacht und ggf. neue Lösungswege für Prozesse gefunden werden. Dabei muss das Design auf die Optionen und Potenziale einer HANA ausgelegt werden. Gerade Prozesse und deren unterstützende Systeme sind aber tief im Unternehmen verwurzelt. Eine Umstellung des gesamten Systems in einem Schritt wäre zu komplex. Um bestehende Landschaften an eine neue Vision heranzuführen, müssen überschaubare, evolutionäre Schritte durchgeführt werden. Daher muss vorerst der Status Quo auf die neue Basis portiert werden, um überhaupt eine Evolution starten zu können. Erst danach sind einzelne Bereiche oder Module neu zu designen.