Messehighlights der DKM 2014: Was Sie als Besucher erfahren hätten

Messe-Highlights der DKM 2014: Was Sie als Besucher erfahren hätten.

Vom 28. Bis 30. Oktober fand sie mal wieder statt – die Leitmesse der Finanzindustrie in den Kongresshallen Dortmund. Die Hallen 3a, 3b, 4 und 5 waren wieder voll besetzt und jeder Stand der großen Vertreter in der Assekuranz buhlte um die Aufmerksamkeit der Makler und unabhängigen Vertriebe.

Gab es denn etwas NEUES in der Assekuranz?

Was gibt es Neues?
Man kann sagen, dass sich die Auftritte der Versicherer in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verändert haben. Es ist und bleibt eine stark vertriebs- und produktorientierte Messe. Die Präsenz der Dienstleister und Softwarehersteller scheint eher rückläufig. Mittlerweile ist diesen nur noch ein kleiner Bereich in Halle 4 sowie nach wie die Halle 5 gewidmet. Dennoch sind hier einige Anbieter mit interessantem Produktportfolio vertreten.
Welche Themen wurden in den Veranstaltungen und Foren diskutiert.

Produktwelt:
Hier sind nach wie vor die Themen betriebliche Altersvorsorge und betriebliche Krankenversicherung ein Renner. Man merkt, dass diese Produktgruppen ein Hoffnungsschimmer der Branche sind und bleiben.
Auch Produkte zur Absicherung von Schäden aus dem Reich der Cyber-Kriminalität finden mehr und mehr Beachtung.

Vertrieb + Social Media:
Der einheitliche Beratungsstandard Defino ist seit Juli 2014 als DIN Spezifikation 77 222 anerkannt und wurde auch auf der DKM noch einmal vorgestellt. Hier geht es darum, dass für gleiche Kundengruppen letztendlich auch ähnliche Versorgungsvorschläge generiert werden. Kurzseminare rund um Vertriebsoptimierung, Vertriebstechnik und Verkaufsabschluss einen interessanten Rahmen.

Ein breiter Block wurde auch den Vertriebsmöglichkeiten rund um Social Media gewidmet. Der Beweis, das dies für die großen Vertriebsgesellschaften ein nennenswerter Kanal wird, ist noch nicht wirklich erbracht. Allerdings wird das Thema an Breite gewinnen, wenn man sich die Tendenzen und auch die ersten Erfolge der Maklerschaft näher anschaut.

Innendienst:
Ein Bereich, der durch interessante Themen stärker in den Fokus rückt, ist die Vertriebsunterstützung im Innendienst. Tipps und Informationen um Arbeitstechnik und vertriebsfördernde Aktivitäten und mehr Effizienz sollen die Arbeitsqualität im Innendienst maßgeblich verbessern und optimieren.

LVRG:
Die Ausführungen zum Lebensversicherungsreformgesetz bleiben aufgrund der aktuell starken Diskussion sicher eine „DKM-Eintagsfliege“. Mal abwarten, welches regulatorische Thema der Gesetzgeber im nächsten Jahr für die Assekuranz bereithält.

Prozessoptimierung:
Die Digitalisierung und Integration der Makler in weitgehend automatisierte Abschluss-, Vergütungs- und Abrechnungsprozesse ist natürlich jedes Jahr ein Thema. Die Implementierung von normierten Prozessen und Daten auf Grundlage der BiPRO e.V. (Brancheninitiative Prozessoptimierung e.V.) wird dabei als einer der wesentlichen Eckpfeiler zur Umsetzung dieses Ziels gesehen. Nach und nach springen mehr Versicherer auf und planen Budgets für die Umsetzung der gängigsten Normen ein.

Interessant waren hier Ausführungen in der Altersvorsorge rund um die Zulagenbeantragung bei Riester-Produkten. Hier besteht durch normierten, elektronischen Datenaustausch ein hohes Potenzial zur Hebung von Effizienz.

Ein weiteres Beispiel ist die derzeitige Diskussion rund um anbieterunabhängige Apps für Versicherungskunden. Hierüber kann der Kunde sein gesamtes Vertragsportfolio verwalten, Schriftverkehre erhalten und über Push-Mitteilungen zu Vertrags- und Tarifwechseln informiert, sowie über den Status der Schadenmeldung unterrichtet werden. Dies alles ermöglichen normierte Schnittstellen zum App-Anbieter. Höchst interessant! Mal schauen, wie viele Kunden einem anonymen App Anbieter eine umfassende Maklervollmacht erteilen werden!

Aussagen darüber, welcher Anteil der Maklerschaft denn BiPRO fähig ist bzw. sein wird habe ich bisher nicht vernommen. Hoffentlich schlittert die Branche nicht auf ein „Henne-Ei-Problem“ zu. Nachdem sie Millionen für die Normierung ausgegeben hat, sieht sie sich jetzt mit einer nicht-normierten Makler bzw. pp-Welt konfrontiert. Denn es wird völlig vergessen, dass gerade Kleinstmakler mit dem Thema völlig überfordert sind.

Meine persönliche Einschätzung:
Die Branche ist weiterhin mit regulatorischen Themen beschäftigt. Die bringen aber häufig nur sehr geringen Nutzen für Endkunden und Vertrieb. Interessante Neuerungen wie innovative Kunden-Apps und  webbasierte Geschäftsmodelle wurden nur am Rande diskutiert. Modulare Produktansätze, Beispiele zur gelungenen Gegenstandsversicherung, etc. habe ich leider nicht vorgefunden. Man merkt, dass die Versicherungswelt zwar zaghaft agiler wird, der große Durchbruch in Richtung einer Versicherung 2.0 oder eines Vertriebskonzeptes 2.0 lässt aber noch auf sich warten. Hoffentlich begeht der professionelle Vertrieb nicht einen ähnlichen Fehler wie die Geschäftsbanken in der Zahlungsverkehrsabwicklung

Dann besteht die Gefahr, dass er in naher Zukunft von innovativen, technologiebasierten Dienstleistern einfach rechts überholt wird. Es bleibt also spannend!